Der innere Wurm

Der innere Wurm

2011

Wand: Makulaturpapier, Dispersionsfarbe, Wachskreide / Boden: Holz, Ton, Schaufel / Maße variabel


Diese Arbeit bezieht sich auf eine Bemerkung, die eine Therapeutin mir gegenüber einmal gemacht hat: „In Wahrheit, Herr Grebert, sind sie doch nur ein kleiner, ängstlicher Wurm“. Das stimmt vielleicht, doch wie sieht dieser Wurm aus?
Der innere Wurm ist das Wissen um die eigenen Schwächen, sowohl charakterlicher, als auch körperlicher Natur: Die Nasenhaare, die vielleicht herausschauen, die merkwürdigen Beine, das Schwitzen, der Mundgeruch, die Angst, etwas Falsches zu sagen. Er krümmt und windet sich, er erstarrt vor Furcht, er schlägt zu, wo er eine Schwäche findet und er wiederholt unablässig die uns alltäglich begegnenden Demütigungen, damit wir sie nicht vergessen.
Der innere Wurm ist sehr wandelbar; wenn wir laufen, hat er riesige Füße, oder einen dicken wackelnden Hintern. Wenn wir reden wollen, hat er einen sehr großen Kopf mit fatal zuckenden Gesichtsmuskeln, die man einfach nicht unter Kontrolle bringen kann. Wenn wir Sex haben, hat er plötzlich Haare an den ungünstigsten Stellen und gar nicht zu sprechen von der Unansehnlichkeit seiner Geschlechtsteile.
Man wird den inneren Wurm nicht los, man kann höchstens versuchen ihn zu ignorieren.



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